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Datum: Mittwoch, 09. Dezember 2009
Ort: bilderhaus Gschwend
Einlass: 19.00 Uhr, Beginn: 20.00 Uhr
Pfandschein: 9,- Euro inkl. Vkk-Gebühr

Dr. Ines Kappert
„Der Mann in der Krise?“


 
D ie Frage, ob Männer tatsächlich zu den Verlierern in unserer Gesellschaft geworden sind, interessiert Ines Kappert nicht vorrangig. Für sie ist vor allem interessant, wer Interesse hat an einer solchen Diskussion. Wie kommt es, dass die Figur des ganz normalen Mannes als Verlierer unserer Gesellschaft sich seit Ende der 1990er Jahre so großer Popularität erfreut? Was ist an der marktfähigen Theorie vom „Mann in der Krise“ interessant?

Auf diese Frage hin hat Ines Kappert, Meinungsredakteurin der „TAZ“, besonders Filme und Bücher untersucht – Hollywoodblockbuster wie „American Beauty“ ebenso wie die Romane von Michel Houellebecq. Und sie hat festgestellt, dass „heutzutage in Film und Literatur eine Geschlechterordnung abgesichert wird, in der nicht mehr die Benachteiligung der Frau, sondern die des Mannes im Mittelpunkt steht.“

Also betrachtet sie die allgemeine Diskussion vom „Mann in der Krise“ auf ihre grundsätzliche Frage hin: Welche Opferinszenierung kommt hier zum Tragen? Welche Schuldigen werden für die männliche Misere benannt? Welche Idee von einer funktionierenden Gesellschaft steht hinter der Kritik am Mann als bemitleidenswerten „Trottel“? Und ihre Entdeckung ist überraschend: Die Schöpfer des Systems entdecken sich als dessen Opfer. Die Diskussion um die Krise des Mannes – eine konservative Kritik am politischen und gesellschaftlichen System?