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Rundschau, Gaildorf
Mittwoch, 18. Februar 2004
Autor: Ralf Snurawa

Die große Lust am Klang
Das Duo Robyn Schulkowsky und Joey Baron beim Musikwinter

Eine Riesen-Marimba und verschiedene Fell- und Metallperkussionsinstrumente hatten Joey Baron und Robyn Schulkowsky für ihren Duoabend in der evang. Kirche von Gschwend aufgebaut. Dinosaurier-Tänze standen dabei im Mittelpunkt.

Ein außergewöhnliches Konzert für ein außergewöhnliches Festival - Joey Baron brachte es auf einen Punkt, der für den Musikwinter leitmotivisch gelten kann: "Wir wissen nicht, wie die Dinosaurier getanzt haben'' - man tut's aber trotzdem. Es sei halt mehr eine innere Vorstellung, sagt Baron. Und zur Umsetzung wurden auch nicht - etwa frei nach den "Flintstones'' - Dinosaurierknochen benutzt.

Nein, die beiden Perkussionisten hatten überdimensionierte Marimbaphon-Hölzer aufgestellt. Der Klang, den sie ihnen entlockten, vermittelte mit seinem dumpf-wohlig-warmen Schwerpunkt tatsächlich so etwas wie Urgeborgenheit. Dabei vernahm man nichts Lärmendes. Es wurde eher auf Feinheiten und Melodiefähigkeit geachtet. Soghafter Swing Dazu benutzten die beiden Musiker einen Wollschlägel, einen mit Filz umwickelten Holzhammer, einen Gummihammer, eine Bürste und natürlich ihre Hände: Handfläche, Faust, Knöchel. Dies als Grundlage entwickelten sie einen soghaften Swing: rhythmisch recht einfach gestrickt, in seiner Art aber heiter und fröhlich - analog zu der auch sonst ganz hervorragenden Kommunikationsfähigkeit der beiden Musiker. Wie da etwa die Schiffglocke als Gliederungselement benutzt wurde oder der Klang sehr fein in Metall-, Stein- und Fellklänge zerfloss, das zeigte auch einen beinahe überirdischem Humor. Mit Lust erkundete das Duo die Klanglichkeit ihrer Instrumente. Dazu gehörte auch die Wahl der Sticks oder Schlägel: vom filzbezogenen bis zum harten Holz. Oder wie Klangschalen und Gong zum Schwingen gebracht werden können - vor allem mit Blick auf ihren Obertonanteil. Hinten auf der Empore bei der Orgel hatte Joey Baron verschiedenste Metalltöner installiert: Triangel, kleine Gongs und nicht näher definierbare Blechteile. Die Kommunikation griff Raum. Denn unten vor dem Chor spielte Robyn Schulkowsky auf einem traditionellen Drumset. Die beiden fanden nach Barons Beckengang durch die Kirche wieder zusammen. Ein Konzert, bei dem schon das Zusehen Spaß bereitete.