Liebe musikwinter-
Freundinnen,
liebe musikwinter-
Freunde,
war das ein Sommer! Feucht und heiß am Anfang,
dann folgte strahlend blauer Himmel bei gleichbleibend
hohen Temperaturen. Und schließlich hat er sich
zurückgezogen, jede Minute seines Daseins auskostend,
kühler werdend, aber ohne seine Heiterkeit zu
verlieren, langsam, wie ein Baum stirbt am Ende
eines langen Lebens. Was kann jetzt noch kommen?
Vielleicht fällt in Gschwend die Antwort leichter als
anderswo. Der Winter, lautet sie, nur vermeintlich
lapidar. Der musikwinter.
Der musikwinter ist eine Jahreszeit, deren meteorologische
Launen wir selbst in den Händen haben. Und die,
jedes Jahr aufs Neue, bewusst macht, wie Mensch und
Erde eins sind. „Kultur ist nicht, wie manche meinen,
ein bisweilen verzichtbarer Luxusartikel. Kultur ist
Grundlage und Nährboden einer humanen, aufgeklärten
und leistungsfähigen Zivilgesellschaft“, sagt der große
Dirigent Thomas Hengelbrock.
Hätten die Bank-Manager sich mehr mit Kultur beschäftigt,
mit Literatur, mit Musik – dann gäbe es die
aktuelle Krise wohl nicht. Weil sie dann gelernt hätten,
über den Tellerrand der eigenen Begierden zu schauen,
begriffen hätten, was Verantwortung bedeutet und
worin ihre Aufgaben tatsächlich bestehen. Diese Sätze
hat eine der bedeutendsten deutschen Wirtschaftsführerinnen
formuliert, Dr. Nikola Leibinger-Kammüller,
Chefin des Trumpf-Konzerns. Eine Frau. Ist das
symptomatisch? Die Krise des Mannssein und die Krise
des Systems – das Thema unserer Rendezvous-
Reihe. Jan Garbarek kehrt zurück – zum dritten
Mal in den musikwinter,
mit einer neuen Band.
Island, dieses eigenwillige
Eiland am Rande des ewigen Eises,
die Wiege der europäischen Literatur, ist
Thema der Literarischen Reihe. Und das Fauré
Quartett eröffnet den Winter. Begegnungen, die tiefer
gehen, Erlebnisse, die haften bleiben, die auf das
Fühlen wirken, zum Nach-Denken anregen. Gründe
genug, den Winter in Gschwend zu verbringen!
Wir freuen uns auf Sie,
Ihr bilderhaus-team
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