Religion & Spiritualität
.Staat und Kirche sind in Deutschland getrennt. Gleichzeitig sehen wir, dass viele gesellschaftliche sowie geopolitische Ereignisse eine theologische Dimension haben. Sie werfen Fragen auf: nach sozialer Gerechtigkeit, nach der Menschenwürde, nach Frieden, Freiheit und nach der Bewahrung der Schöpfung. Ist Religion in einem säkularisierten Staat tatsächlich Privatsache, wie immer wieder behauptet wird? Oder gibt es vielleicht doch eine besondere Verantwortung der Kirchen, sich für die Freiheit und die Demokratie einzusetzen? Aus christlich-ethischer Perspektive? Wie deutlich dürfen oder gar müssen Positionierungen seitens der Vertreter*innen kirchlicher Gremien ausfallen? Und gilt für sie, was Albert Camus in seiner Nobelpreisrede von 1957 als seinen Auftrag als Schriftsteller sah: öffentlich für die zu sprechen, die es selbst nicht können. Als einen „Dienst an der Wahrheit und an der Freiheit“?